Simone, Linnea & Uta, Juni - Juli 2018

Erfahrungsbericht

K46 Suchttherapie- und Rehabilitationszentrum

 

Projektstruktur

K46 ist ein geschlossenes Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige. Die Klienten (10-15 Personen) sind 90 Tage in dem Programm, welches auf dem Konzept der 12 Steps (AA, NA) basiert. Die Klienten haben oft weitere psychische Störungen, welche ebenfalls behandelt werden.

Die Berater sind in der Regel ehemalige Abhängige, die das Programm durchschritten haben und dazu eine Counsellor Ausbildung absolviert haben. Die Counsellors bieten sowohl ein Tagesprogramn mit Gruppensitzungen an, als auch bei Bedarf Einzelberatung.

Der Tagesablauf (Mo-Fr) sieht in der Regel ungefähr so aus:

8:00 - Frühstück (Tee mit Milch und Zucker, Toastbrot mit Butter oder Mandazi oder Chapati oder Süßkartoffeln, manchmal ein Ei dazu).

9:00 - Morgenmeeting mit einem Counsellor und den Patienten unterm Pavillon im Garten (es werden allgemeine Dinge besprochen, die letzten 24 Stunden reflektiert und Texte vorgelesen).

dazwischen - eigene Snacks und Tee

11:30 - unterschiedliche Gruppensitzungen, das Thema variiert

13:00 - Mittagessen (Bohnen, Reis, Ugali, Linsen, Kohl, Chapati, Fleisch, Fisch, so etwas wie Spinat - oft das gleiche & jede Woche das gleiche - man kriegt aber auf jeden Fall genug zu essen)

14:30 - Nachmittagssitzung (Gruppensitzung oder Filme zum Thema Abhängigkeit, ein Mal in der Woche wird Scharades gespielt)

dazwischen- eigene Snacks und Porridge

17:00/18:00 - ein NA oder AA Meeting (wurde neu eingefügt)

19:30/20:00 - Abendessen (gleiche Dinge wie beim Mittagessen)

Samstag und Sonntag findet kein Programm statt, sodass Besucher kommen können.

Sonntags gibt es dazu für die Klienten die stabil sind und die bereits über zwei Wochen da sind einen kurzen Ausflug zum Strand.

Neben dieser Vollzeit Reha Einrichtung gibt es weitere Einrichtungen (Vollzeit Rehas oder halfway houses), die alle von Bonnie und Justin geleitet werden. Sally über die unser Praktikumsplatz übermittelt wurde, hatte früher die Einrichtung in Diani ist aber jetzt "nur noch" die Vermieterin. Vor Ort wurden wir von Bella (der sich immer um uns kümmerte), Dorothe (die eigentlich in Nairobi ist und mit uns die Patientenakten durch ging und uns die Medikamente erklärte) betreut. David (Psychiater) und Sedat halten auch ab und an

Gruppensitzungen. Alle sind sehr freundlich und haben sich stets um uns gekümmert.

Aufgaben und Möglichkeiten im Praktikum

Als Praktikant kann man an allem Teilnehmen und wenn sie das NA oder AA Meeting öffnen, dann kann man daran auch als Besucher teilnehmen. Man ist aber auch gleichzeitig frei sich seine Zeit eigenständig einzuteilen. Beispielsweise wird in den Montag Meetings um 11:30 nur organisatorisches besprochen und am Nachmittag findet eine spannende Lifestory statt. Wir sind daher meist montags vormittags zum Strand gegangen und waren dann zur spannenden Sitzung zurück. Dienstag und Mittwoch haben wir dann an mehr teilgenommen und donnerstags haben wir meist die Stunde um 11:30 selbst gehalten. Wir durften uns dabei selbst aussuchen, was wir machen wollen und alle waren sehr froh um unseren Input.

Den Einblick in die Patientenakten fanden wir sehr spannend. Es kann gut sein, dass einem dies nicht so proaktiv angeboten wird, dann sollte man einfach ein paar Mal danach fragen. Generell sollte man auch Dinge ansprechen, die einem komisch vorkommen. Wir waren beispielsweise ein Mal um einen Patienten sehr besorgt, da dieser starke psychotische Symptome aufwies und wir ihn eher in einer Psychiatrie gesehen hätten. Wir haben dies dann angesprochen und es wurde uns sehr schnell klar, dass es zwar Psychiatrien gibt, diese aber nicht die Leistung bringen würden, die wir uns für ihn gewünscht hätten. Nachdem wir nun auch in Nairobi ein Mal kurz in der geschlossenen Psychiatrie waren, können wir dies umso mehr verstehen. Glücklicherweise stabilisierte sich dieser Patient letztlich wieder, was es noch besser machte.

Alles in allem kann man viel mitmachen, da die Gruppensitzungen auf Englisch gehalten werden. Je nach Sprachlevel versteht man nicht immer alles, aber im Großen und Ganzen kriegt man viel mit. Zusätzlich hat man viel Freizeit und kann auch mal einen paar Tage wegbleiben, wenn man z.B. eine Safari machen möchte.

Die Unterkunft

Es gibt ein Haupthaus und einen Turm (3 Stockwerke) daneben. Es gibt auch einen Pool in dem die Klienten ab und zu schwimmen. Zudem gibt es eine einfache Küche, wo ein Koch alle Malzeiten zubereitet (sonntags machen das die Klienten). Im Haupthaus gibt es unten Gruppenschlafräume für die Männer und das gleiche oben für die Frauen. Wir haben neben dem Haus in dem Turm unser Zimmer gehabt. Ganz unten in dem Turm ist das Büro. Wir waren zu dritt, daher wurden wir etwas aufgeteilt. Wir teilten uns zu zweit ein Zimmer mit einem kleinen Bad (ca. 1-2 qm mit einer Toilette und einem Duschkopf, das Wasser ist kalt, aber da es in Diani meist warm ist, ist das kein Problem). Das Zimmer oben drüber ist genauso, nur mit einem Bett. Wir haben uns sehr wohl gefühlt! Ab und zu fiel mal der Strom für kürzere Zeit aus, weshalb man eine Taschenlampe einpacken sollte und zwei Mal hatten wir kein Wasser und musste uns dann mit den Regenwassertanks versorgen, was kein größeres Problem war.

Da das gesamte Gelände umzäunt ist und es nur den einen Schlüssel gibt, muss man sich immer die Türe aufschließen lassen, was aber kein Problem ist. Wenn man länger ausgehen möchte, sollte man dies aber gut absprechen, damit jemand die Türe öffnen kann.

Als Security gelten die Wachhunde, die tagsüber eingesperrt sind und abends raus gelassen werden. 

 

Bezahlung der Unterkunft

Die Unterkunft zahlten wir Esther (der Mitarbeiterin von Sally vor Ort). Wir mussten allerdings ein wenig diskutieren, da wir nur 6 Wochen vor Ort waren. Sie wollten, dass wir 8 Wochen sofort bezahlen, was für uns nicht ok war. Wir hielten Rücksprache mit Klemens und bezahlten 4 Wochen und danach nochmal 2 Wochen. Insgesamt zahlten wir für 4 Wochen 20.000 Schilling, was etwa 170 Euro entspricht (inklusive Essen). Das war für uns so vollkommen in Ordnung.

Diani vor Ort

Diani ist ein Küstenort in der Nähe von Mombasa, der bei Touristen sehr beliebt ist. Wie voll es ist, hängt von der Saison ab (Wir waren von Juni bis August da und es wurde immer voller, aber nie überfüllt). Es gibt eine lange Hauptstraße, an der in Richtung Strand viele Hotels liegen. ATMs und kleine Supermärkte gibt es genügend, ebenso viele kleine und größere Restaurants/Cafés/Strandbars. Uns hat besonders das Kokkos Café, Forty Thieves, Bidi Badu, Amigos und Nomads gefallen. Am besten mal durchprobieren. Falls ihr mal einen großen Supermarkt braucht, wo man neben allem Essbarem auch Matratzen, Fernseher und Kühlschränke findet, kann man mit dem Tuktuk für wenig Geld zum Naivas Supermarkt nach Ukunda fahren, das ist nicht weit weg. Aber auch Fußläufig findet man an der Hauptstraße kleine Supermärkte, die nicht weit weg sind.

Mit der Köchin Elizabeth sind wir auch mal auf einen Gemüse- und Obstmarkt gefahren, um die Wocheneinkäufe zu erledigen und uns durch alles Unbekannte durchzutesten. Der Markt rotiert soweit wir wissen seinen Standort, also am besten die Köchin fragen, wann man mal mitkönnte.

 

Diani Kwetu (das Zentrum) liegt im nördlichen Teil des Orts, 5-10 Gehminuten vom Strand entfernt. Falls man nach der Arbeit zum Meer möchte gibt es einen Weg am Southern Palms Hotel, alternativ kann man auch an den Toren der Hotels fragen, ob man deren Wege benutzen kann. Das hat bei uns immer ganz gut geklappt. Häufig sind wir über das Bahari Dhow zum Strand gegangen, dort hatten wir einen unausgesprochenen Deal mit dem Personal, dass wir uns z.B. eine Cola kaufen und dafür die Liegen benutzen dürfen. Man kann aber auch prima von dort aus zu Strandspaziergängen aufbrechen, wie weit man kommt hängt stark von den Gezeiten ab. Bei Ebbe zeigt sich ein ziemlich breiter heller Sandstrand mit flachem Meer, bei Flut verschwindet der Strand an manchen Stellen so gut wie ganz und die Wellen bzw. der Sog können kräftig werden. Als wir da waren wehte immer ein Wind, mal mehr mal weniger. Natürlich werdet ihr permanent von Beach Boys angequatscht, aber mit der Zeit entwickelt man eine Strategie diese schnell loszuwerden, wenn man will.

 

 

Wir können das Praktikum wirklich nur empfehlen. Vor allem für Psychologie Studenten und eventuelle auch für Medizin Studenten, die in die psychiatrische Richtung gehen möchten. In diesem Praktikum findet man eine tolle Mischung aus praktischer Erfahrung (die z.T. geringer ist als bei einem Praktikum in Deutschland), der Freizeitgestaltung (Strand, Ausflüge in die Stadt etc. und Safari) sowie einem Einblick in die kenianische Kultur.

 

Viel Spaß bei eurem Praktikum / eurer Reise!

Uta, Linnéa und Simone (24.06.2018 – 08.08.2018)

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