Angelika und Denise, Juni 2014

Kurz nach Beginn unseres Studiums berichteten Studienkolleginnen eines höheren Jahrganges im Herbst 2012 im Rahmen von einem Brown Bag Lunch über ihr Zusatzpraktikum in Kenia, welches sie bei Stelle K37 in Mombasa absolvierten. Daraufhin packten uns die Abenteuerlust und Neugier und wir beschlossen diese Herausforderung ebenfalls anzunehmen. Wir wollten über den Tellerrand der westlichen Welt hinaussehen und so interkulturelle Erfahrungen sammeln.

Stelle K37 in Mombasa betreut rund 300 Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder sozialer Benachteiligung, im Alter zwischen 3 und 25 Jahren, von denen etwa 180 in einem Internat leben. Rund 50 schwerbetroffene bzw. mehrfachbehinderte Kinder leben in der Schule und werden von sechs Hausmüttern rund um die Uhr betreut.

Nach einem dreiviertel Jahr Vorbereitungen und vielen Überlegungen aufgrund der regelmäßigen Anschläge, welche sich seit dem Anschlag auf das Westgate Einkaufszentrum in Nairobi im September 2013 häuften, doch noch einen Rückzieher zu machen, ging es Ende Mai 2014 endlich los und das Abenteuer Afrika startete. Nach einer fast 21stündigen Anreise trafen wir erschöpft und dennoch aufgeregt und voller Tatendrang in Mombasa ein.

Für die Zeit des vierwöchigen Praktikums  lebten wir bei einer muslimischen Familie, welche uns sehr gut aufnahm. Wir unterhielten uns viel und erhielten so die Möglichkeit unsere Religionen und Kulturen zu vergleichen. Die Familie begegnete uns sehr offen und ermöglichte uns tiefe Einblicke in deren Leben. Für die Möglichkeit an deren Leben teilhaben zu dürfen und die Erfahrungen, die wir dadurch erlebten, sind wir sehr dankbar.

Im Praktikum arbeiteten wir mit den PhysiotherapeutInnen zusammen, da die Ergotherapie aus Kostengründen nicht mehr vertreten ist. Trotzdem versuchten wir nach bestem Wissen und Gewissen ergotherapeutische Aspekte in unsere Arbeit mit den Kindern einfließen zu lassen. Auch wenn wir in dieser kurzen Zeit keine dauerhaften Veränderungen erzielen konnten, so haben wir doch für den Moment viel Freude und eine bessere Lebensqualität geschaffen.

Dank unserer Kollegin aus der Physiotherapie, bot sich uns die Möglichkeit ein kenianisches Krankenhaus, eine orthopädische Rehabilitationsklinik für Kinder und eine Psychiatrie zu besuchen, in denen auch ErgotherapeutInnen beschäftigt waren. Hier absolvierten wir jeweils einen Schnuppertag und hatten die Gelegenheit uns mit kenianischen ErgotherapeutInnen zu unterhalten.

Nach dem Praktikum reisten wir zwei Wochen durch das Land, bei der wir viele interessante Menschen und deren Werte und Normen kennenlernten. Unter anderem tauchten wir bei dem Besuch eines Massai-Dorfes in eine völlig andere Welt.

 

„Ein Praktikum in einem Entwicklungsland lässt sich nicht mit einem Fachpraktikum in Europa vergleichen. Im Vordergrund steht hier weniger die fachliche Wissensvermittlung, als vielmehr das Eintauchen in eine völlig andere Welt mit anderer Kultur, Geschichte, Klima, Mentalität, Lebensweise und sozialen Gegebenheiten und Verhaltensweisen. Dies zu erleben und versuchen zu verstehen, stellt eine Horizonterweiterung dar, die im Idealfall zu neuen Erkenntnissen, neuen Perspektiven und neuem Wissen führt.“ Besser als mit diesem Absatz aus dem Anmeldeformular der Vermittlungsagentur „mylabadi“ kann man den Sinn bzw. den Schwerpunkt eines Praktikums in Afrika nicht beschreiben.

Abschließend können wir nur sagen: „Wir würden es wieder tun.“ 


Katharina, Oktober - März 2013

Hallöle an alle, die an die Stelle K37 in KENYA/ Mombasa gehen wollen! Ich habe ein halbes Jahr in Mombasa verbracht und davon ein Viertel Jahr in meiner Hostfamilie und in der Integrativen Schule (). In der Familie habe ich mich sehr wohl gefühlt- ich wurde herzlich aufgenommen. Das Zimmer habe ich mir mit dem Hausmädchen und der Nichte meines Hostdads geteilt- auf fehlende Privatsphäre sollte man sich vorbereiten. Ich habe ein Ventil gefunden und habe viel Zeit auf dem noch nicht fertig gebauten Dach verbracht, um für mich sein zu können. Über Klemens kann man erfahren, wer noch zu deinem Praktikumszeitraum da sein wird- ich habe aber auch spontan andere Volontäre aus anderen Organisationen kennen gelernt- dennoch habe ich meine ganze Zeit dort mit Einheimischen verbracht, um richtig in die Kultur und das Leben dort eintauchen zu können- gefiel mir besser, als mit anderen Deutschen die Zeit zu verbringen. Ein Tipp für entspanntes Alleinsein: Aroma Cafe in der Nkurumah Road in Mombasa Town- da habt ihr W-Lan und tolle Mango- und andere Shakes, tolles Essen und ihr könnt in dem klimatisierten Cafe die Seele baumeln lassen;) Das Essen in meiner Hostfamilie war gut. Ich habe mich mit allen gut verstanden. Mit der Toilette und den Duscheimern freundet man sich schnell an- alles ganz easy. Wäsche waschen musst du alleine, auch wenn das Hausmädchen mir angeboten hat, dass sie meine Wäsche waschen kann, aber dies habe ich abgelehnt- sie hat so schon viel zu tun gehabt. Der Bezirk, in dem das Zuhause auf Zeit ist, lautet Magongo und unweit vom Airport entfernt. Mit Matatus kann man binnen 20 min (Traffic-abhängig) in Town sein. Anfangs hat mich die älteste Tochter meines Hostdads mit mir einen Rundgang durch Town gemacht und mir erklärt wie viel man für die Fahrt zahlt etc. Ich muss gestehen, dass ich anfangs tausend Fragen hatte und ich über alles sofort Bescheid wissen wollte, damit ich ja nicht umherirren muss und ich nicht verarscht werde, was die Matatufahrten betrifft (die testen immer, ob man den wahren Preis kennt oder nicht- Vorwissen ist angebracht). Einfacher gesagt als getan- entspannen und auf dich zukommen lassen- hat bei mir aber nicht funktioniert;) Ich wollte sofort wissen, wie der Hase läuft. Anfangs war ich sehr unsicher, hab mich kaum raus getraut, aber nach zwei Wochen hatte ich es raus gehabt und konnte überall hin, wo ich hin wollte. Wenn man mal die Orientierung verloren hat, konnte ich immer auf der Straße um Hilfe bitten und mir wurde sofort geholfen (was in Nairobi wiederum gefährlich sein kann). Ich habe mich in diesem ganzen halben Jahr sehr sicher gefühlt, mir wurde nie etwa geklaut im Vergleich zu anderen Volontären, wie ich mitbekommen habe. Mir ging es sehr gut und es wurde und ist immer noch mein zweites Zuhause. Womit ich bis zum letzten Augenblick zu tun hatte war der Fakt, dass man einfach als komplett anders und interessant wahrgenommen wird. Davon mal abgesehen, dass man gerne weiße Menschen mehr oder minder ausnehmen will (irgendwie verständlich bei dem Durchschnittslohn- wenn überhaupt jemand Arbeit hat), hat mich eher gestört, dass vor allem in Magongo ich von morgens bis abends von Nachbarn wie der letzte Alien angestarrt wurde und auch nach einem Viertel Jahr "Muzungu" gerufen wurde- nichts anderes als "Weiße". Diskussionen wieso man mich nicht nach dem Namen fragen kann oder ob man mich nur an meiner Hautfarbe ausmacht, waren vergebliche Lebensmühe. Ich wurde ständig angestarrt und Muzungu gerufen. An manchen Tagen war mir das komplett egal, an anderen Tagen hat mich das wiederum sehr verletzt und mich nur den Kopf schütteln lassen- was ist so spannend an mir. Vor allem nach 3 Monaten und ich bin nicht die erste weiße Volontärin in der Gegend. Ich bin auf Grund privater Probleme mit der Familie nach 3 Monaten ausgezogen und in eine etwas bessere Gegend gezogen. Da hat sich die Muzungu-Bestaunung etwas gelegt, dennoch ist man immer ein Hingucker. Ich konnte mich schwer damit abfinden. Nun zur Arbeit in der Schule: An meinem ersten Tag führte mich eine Lehrerin der Special Classes über das Gelände. Die Schule liegt auf einem Hang und hat ganz oben zwei große Dormitories für die Internatskinder. Dann verfügt die Schule über zwei Baby-Classes, den regulären Klassen 1-8, aktuell 3 Special-Classes mit dazu gehörigen Dormitories und einen Physiotherapieraum. In den Special-Classes befinden sich die behinderten Kinder, einige sind jedoch in den anderen Klassen integriert. Deiner Fantasie kannst du freien Lauf lassen: ob du in den Physiotherapiestd assisierst, innerhalb der Unterrichtseinheiten, Freizeitgestaltung für Kinder, die dort Internatskinder sind und Leerlauf  haben bis zum frühen Abend haben. Du kannst definitiv den Lehrerinnen in den Special-Classes helfen, denn dort ist ein Betreuungsschlüssel von 1:20 (alle Kinder haben komplett unterschiedliche Beeinträchtigungen!!!). Du kannst den Hausmüttern, die für die behinderten Kinder zuständig sind, beim Duschen derer helfen, bei der Essensausgabe und beim Essen-reichen (manche verwenden das Wort FÜTTERN). Nach 3 Monaten habe ich die Schule verlassen- zeitgleich wie die Familie. Ich habe mir ein anderes Projekt gesucht und schnell gefunden. Wichtige Tipps: Wenn du Dich entscheidest, dies oder das zu machen und mit jemandem gerne zusammen arbeiten willst (z.B. Lehrer_innen etc), dann immer direkt mit der betroffenen Person alles besprechen. Offenheit und Authentizität ist wichtig- jedoch muss man selber entscheiden, wie viel Privates man von sich preisgeben will. (). Aber ich kann sagen, dass die Schule offen für neue Ideen ist und man stets willkommen ist. In der Hostfamilie wird man gut versorgt und muss sich nie alleine fühlen, da das Haus sehr lebendig ist. Ich kann euch noch Tipps gehen für die Matatufahrten, Orientierung in Town, Sicherheit, Preise etc- Klemens gibt sicherlich gerne meine Mailadresse weiter. Ganz viel Spass wünsche ich euch!

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